DIY und Nachhaltigkeit

16. Juni 2017

Wann ist Do it yourself sinnvoll und nachhaltig? Wie wirkt sich der Trend auf einen nachhaltigen Lebensstil aus?

Hobbys sind ein toller Wirtschaftstreiber. Während man wohl eher zähneknirschend die Abbucher für die monatlichen Fixkosten im Blick behält, gibt man für seine Hobbys gerne Geld aus. Und weil wir gerne Geld dafür ausgeben, vergleichen wir die Preise auch nicht allzu genau, neigen eher zu Impulskäufen und können Gelegenheiten, ein Schnäppchen zu ergattern, sowieso kaum widerstehen.

Die Wirtschaft weiß das natürlich und nutzt diesen Umstand auch aus. Denn wie immer gilt: es gibt keine Gegenbewegung, die sich der Kapitalismus bislang noch nicht einverleibt hätte. Das gilt natürlich auch für den DIY-Trend. Auch Selbermachen bringt uns nicht ganz so weit weg vom Konsum, wie wir das manchmal gerne hätten.
Seit ich Teil des "einfach.nachhaltig.besser.leben"-Autoren Teams bin, rutscht der kritische Aspekt des Selbermachens für mich wieder in den Vordergrund. Ja, ich häkle, stricke, nähe und bastle leidenschaftlich gern und viel. Aber es ist für mich auch eine Portion Konsumverzicht damit verbunden und somit Teil (m)eines Lebensstils. 

Dieser Beitrag ist entstanden, um einen Weg zu finden, wie DIY, Nachhaltigkeit und Minimalismus wieder in Einklang kommen können.

DIY und Nachhaltigkeit | Ojo de Dios basteln
Selbstgemachtes Ojo de Dios

 1.) Kauf kein neues Material

Ich weiß, es klingt schwer. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich nicht auch bei dir zumindest ein, zwei passende Stoffe für kommende Projekte verstecken. Vielleicht hast du sogar schon so viele Stoffe zuhause angesammelt, dass der Stoffschrank nicht mehr zugeht? Küstensocke hat eine Stoffdiät gestartet und berichtet regelmäßig über ihren Auf- und Abbau des Stofflagers. Vielleicht wäre das ja auch etwas für dich?

Was für Stoffe gilt, gilt natürlich auch für Wolle oder sämtliches anderes Material. Private Materiallager können schön anzusehen sein. Gleichzeitig fördern sie aber die Unruhe, wenn einfach zu viele Projekte auf dich warten, du aber zu wenig Zeit zur Umsetzung hast.

Ich plane meist ein, zwei Projekte im Voraus, arbeite diese nach Möglichkeit ab und kaufe erst DANACH wieder neues Material. Natürlich gibt es auch immer weider Angebote oder Situationen, wo ich einfach nicht widerstehen kann. Grundsätzlich versuche ich aber, solche Spontankäufe zu vermeiden. Dadurch brauche ich auch keine festgelegten Budgets für meine Hobbys, sondern ein Kauf ergibt sich ganz von alleine, oder eben nicht.

DIY und Nachhaltigkeit | Wandteppich mit geometrischem Muster

2.) Arbeite mit Vorhandenem

Egal, ob es sich dabei um vorhandenen Stoff oder vorhandene Wolle handelt: lass deiner Kreativität freien Lauf. Ein selbstauferlegtes Einkaufsverbot kann oft Wunder wirken und deine Phantasie befeuern. Aus alten Vorhängen sind so zum Beispiel ein Rock oder dieser Wandteppich mit geometrischem Muster entstanden. 

Aber auch bei sämtlichen Verschlüssen wie Reißverschlüssen oder Knöpfen, überlege ich vorher, was ich bereits besitze, um Neukäufe zu vermeiden. Meine Knopfsammlung befindet sich mittlerweile fein säuberlich sortiert in einzelnen Beutelchen. So sieht man gleich, wie viele Knöpfe von einer Gattung noch da sind, ob diese zu dem gewünschten Projekt passen und in ausreichender Menge vorhanden sind. 

Ist kein Schrägband in passender Farbe zur Verfügung? Mit dem richtigen Werkzeug (oder etwas Geschick) kannst du dir dein eigenes Schrägband mit dem Bügeleisen formen. 

Es muss auch nicht immer alles korrekt nach Nähplan genäht werden. Wenn du kein Profi bist und auch nicht sein willst, kannst du zwischendurch immer mal wieder etwas schummeln. Die Innenseite eines Kleidungsstücks wird außer dir sowieso keiner sehen...

DIY und Nachhaltigkeit | Sorbetto Top mit Ärmeln und Stickerei
Sorbetto Top mit Stickerei

3.) Zieh selbstgemachte Stück regelmäßig an

Wenn du zwar gerne Kleidung nähst, strickst oder häkelst, diese aber selten trägst, ist der MeMadeMay vielleicht etwas für dich. Einen Monat lang kannst du gemeinsam mit anderen herausfinden, was dir steht, warum du deine selbstgemachten Sachen so selten trägst und wie du etwas an diesem Umstand ändern kannst. 

Wenn du ihn, wie ich, wieder mal verpasst hast: kein Grund zur Sorge ;-) Du kannst dich natürlich jederzeit selbst herausfordern und eine persönliche Challenge daraus machen.


4.) Mache dir einen Plan

Die Teilnahme am MeMadeMay oder eine persönliche Challenge sind gute Möglichkeiten herauszufinden, welche Teile dir noch fehlen, welche Farben, Stoffe und Materialien zu bevorzugst. So kannst du dir eine maßgeschneiderte, individuelle Garderobe schaffen. Ein weiterer Tipp ist das Projekte Wardrobe Architect (englischsprachig), bei dem es genau um den Aufbau der eigenen, selbstgemachten Garderobe geht.

5.) Sortiere regelmäßig aus - auch selbstgemachte Sachen

Es ist doch schade, ein selbstgemachtes Teile im Schrank vor sich hingammeln zu lassen. Wenn du etwas aus den unterschiedlichsten Gründen nicht tragen kannst oder willst, kannst du es entweder
  • an eine Freundin weiterreichen,
  • spenden
  • verkaufen,
  • oder auftrennen bzw. umändern
Natürlich fällt das Aufgeben von so viel Zeit und Arbeit nicht jedem leicht. Aber die Freude der Freundin könnte doch eine Motivation sein, oder?

Auftrennen ist eine sehr radikale Form des Loslassens. So ist bei mir schon aus einem verhunzten Poncho die neue Lieblingstischdecke entstanden und aus einer gehäkelten Jacke wurde ein gestricktes Raglantop mit Lochmuster

DIY und Nachhaltigkeit | Herrenhemd aus Leinen und Crop Top aus Baumwollgarn
Links: Herrenhemd aus Leinen; Rechts: Crop Top für die Freundin

6.) Kreiiere etwas für jemand anderen

Aber nicht nur die "abgelegten" Stücke dürfen weitergegeben werden. Es macht auch riesigen Spaß, etwas für jemand anderen zu machen. Ich finde es immer wieder spannend, gemeinsam an Projekten zu tüfteln, Maß zu nehmen, zu versuchen, die Vorstellungen des anderen umzusetzen. 

Seit einiger Zeit darf ich auch hin und wieder etwas für meinen Freund machen, was seinen kümmerlichen Bestand an Kleidung aufstockt und meinen zumindest stagnieren lässt. Wer Kinder hat, kann laufend neue Kleidung produzieren, da die Kleinen so schnell wieder rauswachsen. 

Für Freundinnen sind zum Beispiel diese gehäkelte Handtasche oder dieses gehäkelte Crop Top mit Diamantmuster entstanden.

Aber hier ist ein Erfolgserlebnis nicht vorprogrammiert und man muss auch damit leben können, dass ein Stück nicht so wurde, wie der oder die andere sich das vorgestellt haben.

7.) Wage dich an große Projekte

Wer gerne und viel selber macht wird aber irgendwann mal an die Grenzen seines Materiallagers oder Kleiderschranks stoßen. Damit das nicht so schnell passiert, kann man ein wenig "schummeln". Anstatt ständig nur einfache und schnelle Projekte umzusetzen, kannst du dich an größere oder fortgeschrittenere Projekte wagen. Wie wäre es mal mit einem Mantel, einer Patchworkdecke oder einfach einem bestickten Kissen?

Zwischendurch wähle ich ganz bewusst aufwändigere Projekte, damit die Produktivität nicht Überhand nimmt ;-)

8.) Arbeite mit Reststücken

Gleich anschließend an Punkt 7 ist dieser Punkt. Gerade Patchwork- oder Quiltarbeiten sind tolle Möglichkeiten, Reststücke aufzubrauchen und so einen Neukauf entweder zum Teil oder sogar zur Gänze zu vermeiden.  

Kissenüberzüge, Patchworkdecken, Mug Rugs, Topflappen oder ähnliches sind tolle Projekte, um Reste zu verwerten. Paper Piecing und Applikationen machen auch noch aus den kleinsten Schnippseln Kunstwerke und durch die Herstellung von Textilgarn kannst du deinen Bestand an ausgebleichten T-Shirts oder Schlafshirts reduzieren.

9.) Refashion - aus alt mach neu

Wenn du das Nähen oder Stricken für dich selbst aufgrund diverser Fehlschläge bereits aufgegeben hast, ist vielleicht "Refashion" etwas für dich. Dabei geht es darum, einem alten Kleidungsstück, sei es von dir oder aus dem Second Hand Laden durch die eine oder andere Abänderung neues Leben einzuhauchen. 

Etwas Breite rauszunehmen, Schulterpolster zu entfernen oder einfach nur die Träger oder den Saum zu kürzen kann oft wahre Wunder wirken. Kleidungsstücke umzuändern hat zusätzlich den Vorteil, dass du schon ungefähr weißt, wie es fertig aussehen und sitzen wird.

In meinem Beitrag "Was nicht passt, wird passende gemacht" habe ich einiger meiner Umänderungsprojekte gezeigt. 

DIY und Nachhaltigkeit | Zero Waste Waschbare Abschminkpads nähen

10.) Zero Waste mit Selbermachen kombinieren

Oder du kannst dich an die Herstellung von sogenannten Verbrauchsprodukten setzen. Gehäkelte oder genähte Abschminkpads, Binden, Abwaschtücher und dergleichen sind meist nicht nur eine gute Resteverwertung, sondern auch ein Beitrag zu Zero Waste (auch wenn hier Less Waste passender wäre - irgendwann haben auch waschbare Alternativen ihren Dienst getan).

11.) Investiere in Qualität

Eine weitere Möglichkeit zumindest deinen Materialzuwachs zu drosseln, könnte die Investition in hochwertige Materialien oder Werkzeuge darstellen. Dadurch ist das Budget automatisch schneller erschöpft und du kannst gar nicht erst so viel Material anhäufen.

Noch mehr als beim Material bin ich aber bei Werkzeug geneigt, zu hochwertigen und teuren Produkten zu greifen. Meine Erfahrungen mit einer billigen Nähmaschine haben mich gelehrt, dass man da an der falschen Ecke spart. Gerade bei Nähmaschinen lohnt sich eine Investition wirklich, hat man das Gerät danach doch viele Jahr. Aber auch bei Stricknadeln greife ich zu den teuren Marken, einfach weil die (Bambus-)Nadeln besser verarbeitet sind und die Maschen besser von den Nadeln gleiten. 


*****

Hana stellt sich auf ihrem Blog Mondkunst auch die Frage ob DIY und Minimalismus überhaupt kompatibel sind. Ich hab den Artikel einen Tag nachdem ich diesen Beitrag geschrieben habe, gelesen und musste feststellen, dass wir über weite Strecken zu den gleichen Schlüssen gekommen sind.

Und wie geht es euch so? Müsst ihr euch zusammenreißen, damit der Kleiderschrank noch zugeht? Oder habt ihr überhaupt kein Problem damit, sämtlichen lauernden Konsumfallen zu entgehen?

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Dieser Beitrag ist verlinkt zu: EiNaB, A New Life, Create in Austria

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17 Kommentare

  1. Sehr interessanter Artikel! Mein Stoffschrank quillt schon seit langem über, deshalb habe ich mir tatsächlich seit ein paar Monaten einen Kaufstopp auferlegt. Kaufen darf ich nur, wenn ich für ein Projekt tatsächlich nichts da habe (zum Beispiel für historische Kleider, wo man dann schnell 3 oder 4 Meter einheitlichen Stoff braucht).

    Auch bei der Investition in gutes Werkzeug gebe ich dir völlig recht. Ich hab damals als Anfängerin lange recherchiert und schließlich direkt 350Euro in eine Brother-Maschine investiert. Das hat sich total gelohnt, das Ding schnurrt und läuft seit Jahren, und kann alles, was ich brauche.

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    1. Hallo Romy!

      Ja, meine Stoffschublade geht jetzt wirklich nicht mehr zu, ich kenn also dein Problem ;-)

      Vor allem als Anfänger tut man sich mit den billigen Nähmaschinen vom Discounter eben nicht leicht, weil man nicht weiß, ob man selbst an der verhunzten Naht schuld ist oder die Nähmaschine. Außerdem macht es mit einer hochwertigen NähMa, die schnurrt, wesentlich mehr Spaß.

      LG, Daniela

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    2. Hallo Daniela,

      Genau das ist es eben oft. Dasselbe gilt auch für Musikinstrumente - woher willst du wissen, ob dir Gitarre spielen Spaß macht, wenn sich das Instrument nicht richtig greifen lässt? Und erst letztens habe ich noch festgestellt, dass meine Unfähigkeit, ein ordentliches Aquarell zu malen, nicht an mir lag sondern daran, dass ich zwanzig Jahre lang mit zu billigen Produkten gemalt hab. Kaum dass ich in etwas hochwertigere Farben investiert hatte, ging es plötzlich!

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  2. Schöner Artikel und regt zum Nachdenken an. Ich habe natürlich einen nicht so kleinen Stoff- und Wollvorrat - das Gleiche gilt übrigens auch für die diversen, jeden Monat neu erscheinenden, Hochglanzmagazine (Näh- und Strickzeitschriften). Recht geben muss ich Dir auch bei dem Rat für gutes Equipment - auch ich stricke mit den schicken Bambusnadeln von knip-pro - die sind wirklich viel besser! Gleiches gilt für die NähMa - ich habe mir zwar zuerst eine gebrauchte Singer (die war so alt, da war Singer noch Singer) gekauft um sicher zu sein, dass ich das wirklich möchte und erst eine ganze Weile später eine gute Brother gekauft - die ist aber auch so richtig toll! Was die Wolle, den Stoff und die Zeitschriften angeht gelobe ich Besserung! Ganz sicher! LG aus Meerbusch - Ute

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    1. Hallo Ute!

      Die Sammelwut bei den Zeitschriften kenne ich von meiner Mutter. Ich war da ehrlich gesagt immer vieeel zu geizig für die Hefte. Wenn ich einen Burda Schnitt wirklich unbedingt haben möchte (und meine Mutter den nicht zufällig in einem Schnittheft hat) kaufe ich mir den halt online um 6 Euro. Ob ich jetzt am Boden herumkrabble und den Schnitt abpause oder die Zettel auflege und zusammenklebe ist dann auch schon egal...

      Ich hab in meiner Anfangszeit auch mit einer Merrit (ebenfalls aus dem Hause Singer) genäht. Leider war die nach 3 Monaten endgültig im Ar***. Bei meiner alten Kayser, mit der ich das Nähen kennen und lieben gelernt hab, brach eines schönen Tages der Motor runter. Mittlerweile nähe ich auf einer Gritzner und ich liebe sie!

      Alles Gute beim Aufarbeiten deiner Sammlung!

      LG, Daniela

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  3. Wieder einmal ein toller Artikel, liebe Daniela! Und ich bin begeistert von den DIY-Stücken, die du hier in den Fotos zeigst. Vor allem der Rock aus dem Vorhang hat es mir angetan, da in einem meiner Kellerschränke ein vielleicht nicht GANZ so toller, aber auch recht schöner Vorhang vor sich hingammelt. Da ich nähtechnisch noch in der Phase "Ich kann an guten Tagen den Faden einfädeln" bin, wird das wohl nicht so bald etwas werden, aber ich behalte das Projekt im Hinterkopf. Dein Artikel ist übrigens wieder perfekt für ANL geeignet! :-)
    http://rostrose.blogspot.co.at/2017/06/anl-18-die-rettung-einer-alten-bluse.html
    Alles Liebe Traude

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    1. Hallo Traude,
      Vielen lieben Dank. Den Artikel werd ich bei nächster Gelegenheit verlinken.
      Ha, aus Vorhängen kann man so allerhand machen ;-)
      Ach, das mit deinen Nähkenntnissen wird schon noch. Wie heißt es so schön: es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

      Liebe Grüße, Daniela

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  4. Du sprichst mir aus der Seele :)
    Sehr schön zusammengefasst!

    Ich bin immer wieder baff von den gigantischen Stofflagern vieler Näherinnen - die i.d.R. mehr wachsen, als abgebaut werden!

    Ich versuche seit etwa drei Jahren die Stoffkaufsünden der Anfangzeit zuverarbeiten oder sie zuverkaufen bzw. zuverschenken. Dazu kommen regelmäßig neugeerbte alte Stoffe meiner Mutter zu mir, sodass ich eigentlich wirklich etliches an Material da habe. Und i.d.R. nutze ich das sogar. Nur ab und an kommt dann eine Projektidee, die notwendig ist (Vorhang z.B.), für die ich aber kein passendes Material da habe. Und ganz selten nehme ich tatsächlich einen hübschen Stoff einfach so (mit einem Projekt im Hinterkopf) mit. Aber ich habe gar nicht die Zeit all das zuvernähen...

    ich wäre ja mal für Stofftauschpartys, oder auch andere DIY-Materialien-Tauschpartys!

    Liebe Grüße,
    Maria

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    1. Hallo Maria!

      Ja, ich bin auch immer wieder baff wegen der Materiallager, die so manche Näherinnen oder Strickerinnen fleißig auf Fb oder Instagram posten (und wo ich mir immer denke: wann habt ihr bitte die Zeit dafür das alles aufzubrauchen?) Also ich fühle mich persönlich immer extrem gestresst, wenn so viele Projekte auf mich warten. Ich hab gerne ein, zwei manchmal auch drei auf meiner To-Do Liste, aber wenn die Liste länger und länger wird und ich nicht mehr hinterherkomme find ich das nicht mehr so entspannend. Am liebsten mache ich neue Sachen, wenn tatsächlich ein Bedarf für etwas besteht oder ich die Wohnung etwas umgestalten will.

      Ja, ich mache es da gleich wie du: grundsätzlich zehre ich vom Materiallager und versuche mir mittlerweile die Kaufwut zu verkneifen.

      Die Idee mit den Tauschpartys ist toll! Ist ist größeren Städten vielleicht echt mal eine Idee.

      LG, Daniela

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  5. Hallo Daniela!

    Wieder einmal ein Beitrag, der mich restlos begeistert! Da ich ja selbst so gerne etwas selber mache, habe ich auch immer wieder Probleme mit dem "Lager".

    Mittlerweile bin ich völlig auf second-hand umgestiegen, sogar bei Wolle. Aber gerade dadurch habe ich am Anfang ein Lager aufgebaut.

    Das wurde mir aber schnell zu viel, sodass ich zuletzt ganz viel verschenkt habe. Nun habe ich den Platz begrenzt und es passt so ganz gut. Ich kann gar nichts mehr mitnehmen, weil ich es nicht mehr unterbringe. Sonst müsste ich ja was vom Bestand weg geben, was ich auch nicht will.

    Dadurch bin ich viel ruhiger geworden und suche nicht mehr ständig nach etwas Neuem.

    lg
    Maria

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    1. Hallo Maria!

      Wenn du jetzt ein eigenes Zimmer hast (oh Gott, wie ich dich drum beneide! Ich hab momentan nicht mal einen Tisch für mich...), hast du eh ein bisschen Platz für Lager und Werkzeuge. Dass man da gleich am Anfang hortet, kann ich verstehen.

      Diese ewige Kauf- und Suchlust macht wirklich unruhig, da gebe ich dir vollkommen recht. Am entspanntesten bin ich auch, wenn ich weiß, es ist genug zum Basteln da, aber ich brauche jetzt nicht unbedingt etwas neues.

      Dass du beim Material den vollständigen Übergang zu Second Hand geschafft hast find ich toll! Das hat mich damals so beeindruckt, dass ich auch damit angefangen hab. Bei Stoffen funktioniert das auch, bei Wolle nicht (ich mag die Kunstfasermischungen, die man überall nachgeschmissen bekommt nämlich nicht).

      LG, Daniela

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  6. Aus deinem Hirn in mein Herz. Mich beschäftigt dieses Thema auch seit geraumer Zeit. Ich mag mich von dem KonsumWahnsinn nicht mehr treiben lassen. Das Leben reduzieren und mit dem vorhandenen Ressourcen arbeiten wird auch mein Lebensinhalt sein. Vielen herzlichen Dank für die richtigen Worte zum perfekten Zeitpunkt. LG Martina

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    1. Hallo Martina,
      Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich finde, Kreativität wird erst richtig befeuert, wenn man nicht alles Erdenkliche zur Verfügung hat.

      Liebe Grüße, Daniela

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  7. wo kann ich unterschreiben? ist nämlich eines meiner lieblings(ärger)themen!
    die kommerzialisierung des DIY-trends ärgert mich mächtig - einerseits weil oft mehr ressourcen verbraucht werden/schaden gestiftet wird um was selberzumachen als neukaufen gebraucht hätte - andererseits weil zum bsp. nähzutaten neuerdings in kleinstmengen neckisch verpackt und zu astronomischem preisen verkauft werden - und weil die shabby-chic-fraktion die preise für alte möbel versaut ;-P
    mein aktueller post dazu: http://bahnwaerterhaeuschen.blogspot.de/2017/06/neuer-rock-diy-upcycling.html
    deine projekte hier sind allesamt grossartig - und deine tips goldwert!
    zu deiner frage - ich nähe eher einen farblich "nicht passenden" reisser ein als neu zu kaufen - und selbst das kann man zum design-feature machen :-) was konsumfallen angeht bin ich shaolin - hihi.
    xxxxx

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    1. Ja, da geb ich dir völlig recht. Die von dir beschriebenen Umstände nerven mich genauso. Aber grad am Anfang meiner Bastelkarriere hatte ich auch kaum Material. Allerdings auch kaum Geld, also hab ich ohnehin von Anfang an versucht vor allem gebrauchte Sachen zu verwenden oder die Materiallager von Mutter und Großmutter angezapft.

      Ah, dein Tipp mit dem Rv ist genial!

      LG, Daniela

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  8. Ein sehr spannender Beitrag und ein Thema, das mich auch schon lange sehr interessiert!
    Ich arbeite zwar mit anderen Materialien - Papier, Holz, Farbe, Schmuck- und Kosmetikrohstoffen - aber die geschilderten Probleme kenne ich auch gut.
    An manche Kosmetik-Projekte habe ich mich bislang nicht gewagt, weil ich Sorge habe, dass zuviele (verderbliche) Rohstoffe übrig bleiben...

    Auf der anderen Seite ist es halt aber so, dass man sich hinterher oft in den Hintern beißt, wenn man Material XY (muss ja gar nichts klassisches sein, sondern Upcycling) weggeworfen hat, statt es dem unendlichen Materiallager hinzuzufügen...
    Ach, schwierig. Ich hatte vor Jahren mal einen kleinen Dawanda-Shop und spiele derzeit mit dem Gedanken, wieder einen zu eröffnen. Ich bastle einfach so gerne, kann aber unmöglich diese Massen an Schmuck selbst tragen oder verschenken. Aber so geht es auch wieder nur näher hin zur Kommerz, irgendwie...

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    1. Danke für deinen Kommentar. Vor allem der Teil mit dem Lager motiviert mich, für mein Platzproblem eine Lösung zu finden.

      Gegen die Idee einen Shop zu eröffnen spricht ja nichts. Zum Kommerz wird dank unseres Wirzschaftsystems sowieso alles. Nur eine Frage der Zeit. Und dann doch lieber handgemacht, als irgendwelchen Billigschmuck oder schädliche Kosmetika.

      Liebe Grüße, Daniela

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