Gestricktes Oberteil mit Lochmuster und Raglanärmeln

26. April 2017

Von oben nach unten gestricktes Raglantop mit Lochmuster am Rückenteil

Manchmal braucht es anscheinend zwei Anläufe, bis man mit dem gestrickten Unikat zufrieden ist. Das Baumwollgarn leistete ich mir zu meinem Bachelorabschluss. Preislich konnte mit 17 Euro Gesamtkosten von Leisten zwar nicht wirklich die Rede sein, aber naja.... Dann habe ich mit dem Garn eine Jacke mit Dreiviertel Ärmeln gehäkelt. Mit der war ich allerdings nur mäßig zufrieden. Der Schnitt saß nicht so gut, die Babydoll Öffnung an der Knopfleiste erinnerte mich auch immer an Umstandsmode.

Da sie im Freundeskreis niemand haben wollte, fand ich es schade, die fast ungetragene Jacke wegzugeben. Außerdem befand ich mich zu der Zeit gerade in einer Art Materialkaufstreik, weil ich eben kein Materiallager aufbauen wollte. Also trennte ich die Jacke auf, mein Freund half mir, gezwungenerweise, beim Aufwickeln.

Von oben nach unten gestricktes Raglantop Serene Spring #dropsdesign

Ich hatte also auf einmal recht viel dunkelgraues Baumwollgarn. Und ich wollte ein Top, das so "schlicht" ist, dass es ich zu bunten Röcken anziehen kann, aber dann doch so aufregend, dass es sich auch mit einfachen Jeans oder Leinenhosen kombinieren lässt ohne langweilig auszusehen. Ich entschied mit für das Raglantop Serene Spring. Zufällig hatte meine Mutter aber noch die Anleitung für die Kleid-Variante Summer Feeling ausgedruckt herumliegen, also sattelte ich kurz entschlossen um.

Als Anleitung habe ich also das Kleid Summer Feeling benutzt, jedoch nur bis kurz nach dem rückwärtigen Lochmuster gestrickt und danach das untere Abschlussmuster gestrickt.

Von oben nach unten gestricktes Raglantop mit Lochmuster - Summer Feeling von #dropsdesign

Endlich habe ich meinen erstes Raglanpulli von oben nach unten gestrickt. Ich war sehr stolz, das und ein großflächiges Lochmuster in einem Projekt umgesetzt zu bekommen. Momentan bin ich auf einem kleinen "Technik"-Trip unterwegs und möchte so viel verschiedene Konstruktionen und unterschiedliche Kleidungsstücke wie möglich nähen, stricken oder häkeln können.

Großflächige Lochmuster sind auch gar nicht so schwierig. In Endeffekt bestehen sie aus den gleichen Maschenarten, wie alles andere auch, man muss nur sehr, sehr genau zählen...

Beim Stricken ist mir leider ein kleiner Zählfehler unterlaufen, den man in natura weniger deutlich als auf den Fotos sieht. Ich hab meinen Freund angewiesen, den Fehler zu suchen, er hat ihn nicht gefunden (allerdings weiß er auch nicht wirklich, wonach er genau suchen sollte). Da ich den Fehler aber erst kurz vor Fertigstellung entdeckt habe, wollte ich das Top dann auch nicht mehr auftrennen. Nun muss ich eben damit leben...

Von oben nach unten gestricktes Raglantop mit Ajourmuster - Summer Feeling Top Variante by #dropsdesign

Die dazu kombinierte Leinenhose ist übrigens auch selbst genäht (wenn auch mit viel Hilfe von Mutti). Damals konnte ich noch keine Hosenbeine aneinandernähen. Das hat sich mittlerweile geändert ;-)

Und mit diesem Outfit nehme ich heuer auch teil an der Aktion #Haulternative, die in der Fashion Revolution Week von 24. - 30. April 2017 stattfindet. Am 24.April 2013 stürtze die Nähfabrik Rana Plaza ein und begrub viele Menschen unter sich. Näherinnen, die unter schlechten Bedingungen in einem Bauwerk in schlechtem Zustand schuften mussten. Unsere Kleidungsstücke werden nämlich nicht, wie manche leider immer noch glauben, von Maschinen zusammengenäht, sondern von Menschenhand.

Dabei ist es gar nicht so schwer einen Beitrag gegen die katastrophalen Bedingungen in Fernost zu setzen: Einfach mal weniger Klamotten kaufen. Zweiter Schritte könnte sein, von konventioneller Kleidung auf bio-faire Mode umzusteigen. Wer sich das nicht leisten kann oder will (ich schließe mich da mit ein), kann auf Second Hand oder Selbstgemachtes umsatteln. Wer seine Kleidungsstücke selber näht, geht vielleicht auch etwas wertschätzender damit um. Voriges Jahr habe ich bereits einen Beitrag zum Thema Wertschätzung von Kleidung geschrieben, auf den ich an dieser Stelle nochmals kurz verweisen möchte.

Wer also auch teilnehmen möchte an der Aktion, sei auf den Blog von Mami Made verwiesen. Susanne beschäftigt sich seit einiger Zeit sehr intensiv mit dem Thema Fashionindustrie und hat auch die Nähaktion "This is not okay" gestartet, bei der im Sommer 2015 über 300 nähende Blogerinnen ihre Kreationen als Katalog und Protestaktion zusammengetragen haben.

Von oben nach unten gestricktes Raglantop mit Lochmuster am Rückenteil - Summer Feeling Top Variante von #dropsdesign mit selbstgenähter Leinenhose

Mehr selbstgemachte Kleidungsstücke findet ihr wie immer im Menüpunkt Handmade Fashion oder auf meinem Pinterest Board "Meine selbstgemachte Garderobe".



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Verlinkt zu: MeMadeMittwoch, Gehäkeltes & Gestricktes by HäkelLine, Stricklust, Create in Austria

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17 Kommentare

  1. Toll, das Aufrribbeln hat sich echt gelohnt. Dein Lochmusterpullu ist so schön und steht Dir super. Die Idee werde ich mir merken :-)

    Liebe Grüße, Brigitte

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    1. Hallo Brigitte,
      vielen lieben Dank!
      Kleider in ein Top abwandeln geht eigentlich immer ;-)

      LG, Daniela

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  2. Ein wirklich toller Pulli mit zauberhaft schönem Lochmuster. Schaut großartig aus! LG Kuestensocke

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  3. Antworten
    1. Hallo Susanne!
      Dankeschön :-)

      LG, Daniela

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  4. sehr hübsch geworden!!!
    und meine Güte, so ein Fehler im Lochmuster bringt niemanden um - außerdem ist er hinten, da siehst du ihn nicht :)

    liebe Grüße
    Manu

    die auch seit einiger Zeit viel bewusster die Etiketten der Klamotten studiert und inzwischen entsetzt ist, dass alles in Armutsländern genäht wurde, was bisher den Weg in meinen Kleiderschrank fand.

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    1. Hallo Manu,
      ich seh ihn nicht, aber dafür alle anderen :-D

      Ja, war bei mir ähnlich. Wobei ich gestehen muss, dass ich bei Ausverkäufen auch heute noch schwach werde. Aber den Großteil meiner Kleidung kaufe ich mittlerweile entweder gebraucht, bekomme ich geschenkt oder näh/häkle/stricke ich mir selber. Da fallen die paar Ausrutscher ab und an dann nicht mehr soooo auf denk ich mir...

      LG, Daniela

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  5. Schön!!! Die Farbe ist auch so harmonisch an dir.

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    1. Liebe Daniel, jetzt muss ich gleich noch einen Kommentar nachschicken. Ich find dein Blogdesign richtig toll! Hat das mit ThemeXpose gut geklappt? Ich scheue den Schritt der Veränderung so!
      Liebe Grüße, Eva

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    2. Hallo Eva!

      Dankeschön!

      Naja, das mit dem Blogdesign hat mäßig gut geklappt. Ich weiß nicht, wie bewandert du mit HTML/CSS Programmierung bist. Ich hab nur noch die absoluten Basics aus Schulzeiten drauf und muss das meiste nachschlagen. Eines muss ich gleich vorweg schicken: es funzt garantiert nicht auf Anhieb. Ich hab also mal einen Testblog erstellt, in den ich die Inhalte von meinem Blog importiert habe. Den Testblog habe ich auf geheim gestellt, damit nur ich ihn lesen kann. Dort hab ich dann rumprobiert. Wichtig ist, absolut alles genau so wie in der Installationsanleitung zu machen, sonst haut das noch weniger hin. Und plan dir auf alle Fälle Zeit ein. Bis du dein Design wieder gerade gerückt hast, vergeht mindestens ein Tag. Und vorher unbedingt das alte Layout abspeichern, falls dir das neue doch nicht gefällt oder es irgendwie gar nicht hinhaut.
      Tut mir Leid, wenn ich dir die Angst also nicht so recht nehmen konnte, aber ich hab selbst so viel Zeit mit dem Design verschi**en...

      Liebe Grüße, Daniela

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  6. Ein Eyecatcher ist das Oberteil! Wunderschön mit dem Lochmuster!
    Gruss me3ko

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  7. Hallo Daniela!

    Loslassen in Perfektion. So eine großartige Jacke, in der so viel Arbeit steckt, wieder aufzutrennen ist sicher nicht einfach.

    Lustigerweise habe ich gestern eine Jacke übergezogen, mit der es mir auch so geht. Es stecken unglaublich viele Stunden Arbeit drin und sie sitzt bei den Ärmeln einfach nicht richtig.

    Das war auch der Grund, warum ich aufgehört habe Kleidung für mich selbst zu stricken. Ich war selten einmal wirklich zufrieden und habe mich über die Kosten und die investierte Zeit geärgert. Die Konsequenz des Auftrennens hatte ich bis jetzt nie.

    Dir aber kann man gratulieren zu Deinem neuen Teil, sieht großartig aus!

    Ich freue mich auch sehr, dass Du an der Aktion von Susanne teilnimmst. Hätte ich selbst auch gerne gemacht, aber ich war für eine Woche weg und so ist sich das alles nicht ausgegangen.

    lg
    Maria

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    1. Hallo Maria!
      Ja, da hatte ich eine ordentliche Portion Motivation. Aber im Freundeskreis wollte sie keiner haben, die Farbe fand ich toll und zur Caritas wollt ich sie auch nicht geben, weil sie sie da praktisch verschenkt hätten.
      Hmm, meiner Mutter geht es da ähnlich wie dir. Sie strickt und näht zwar schon noch mal was für sich selbst, ist aber praktisch nie zufrieden damit und zieht die Sachen dann auch meist nicht an. Ich find das sehr schade. Denn wie du sagst, stecken viel Zeit und Geld in Form von Materialkosten drin.
      Ich hab für mich die Erfahrung gemacht, dass man grade beim Selbermachen von Kleidung streng zu seinem Stil stehen sollte. Experimente zahlen sich in den seltensten Fällen aus. Die zieht man dann nämlich meist nicht an.

      Ich hab mich beim Datum ein bisschen verschätzt, und es war Zufall, dass ich das Top mit der Hose fotografiert habe. So konnte ich den Beitrag noch zwischenschieben und dran teilnehmen. Ich find die Aktion ganz wichtig und muss mich da selber manchmal an der Nase nehmen.

      LG, Daniela

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  8. Sehr schöne und aufwändige Strickarbeit. Den kleinen Zählfehler sieht nicht jeder gleich. Toll gemacht. Lg aus Wien

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  9. Wunderschön! Das Lochmuster im Rücken finde ich ganz besonders raffiniert.

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Hey! Ich freue mich über alle Kommentare, Fragen oder Anregungen, auch wenn ich nicht immer sofort antworte. Wenn es schnell gehen soll, schreib mir doch eine Mail ;-)