{DIY} Schalen aus Modelliermasse formen

6. Dezember 2016


Heute zeige ich euch ein Projekt, das ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit umsetzen wollte: Schalen aus Modelliermasse, verziert mit Spitze. Gesehen habe ich diese schönen Unikate bei einer Freundin, die einen Töpferkurs absolviert hat. Ihre Wohnung ist gut bestückt mit den selbstgemachten Keramiken aus dem Kurs und vor allem eine Obstschale stach mir ins Auge. Mit einem Spitzendeckchen wurde ein Relief eingeprägt.

Ich machte mich also an die etwas modifizierte Umsetzung. Statt Ton konnte ich mangels Brennofen nur Modelliermasse verwenden und statt Keramiklasur stand mit nur Acrylfarbe und Transparent-Lack zur Verfügung.


Folgendes wird benötigt: 

  • Modelliermasse
  • alte Nudelrolle
  • Schneidmatte oder großes Holzbrett als Unterlage
  • kleines Messer
  • Teller mit gewünschtem Durchmesser
  • Spitzendeckchen
  • zum Bemalen: Acrylfarbe, Joghurtbecher, Pinsel, Küchenrolle

Und so wird's gemacht: 


1. Die Unterlage sollte sauber und staubfrei sein. Als erster Schritt wird die Modelliermasse grob in Form gebracht. Dabei solltet ihr darauf achten, dass der "Boden" etwas dicker ist.



2. Nun wird das Spitzendeckchen aufgelegt und mit der Nudelrolle in die Modelliermasse eingeprägt, bis eine annährend ebenmäßige Oberfläche entsteht. Danach das Deckchen entfernen. Nun ein Teller im angestrebten Durchmesser auflegeben und mit dem Messer ausschneiden. Nun vorsichtig anheben und in das Teller legen. Ich habe dafür einen höheren Suppenteller verwendet.


3. Aus der restlichen Modelliermasse habe ich mit der gleichen Technik noch eine zweite Schale geformt. Auch zwei Seifenschalen gingen sich noch aus. Dafür einfach das Deckchen auflegen, mit der Nudelrolle einprägen, das Stück Ton auf die gewünschte Größe zurecht schneiden und "Füße" formen.


4. Die "Seifenschale" vorsichtig von der Unterlage lösen und auf ihre Füße legen und etwas andrücken. Macht euch keine Hoffnungen, dass das halten wird, es geht nur darum, die richtige Wölbung zu bekommen. Die Füße werden nach dem Bemalen mit Klebstoff befestigt.


5. Und so sehen sie aus, meine zum Trocknen aufgelegten Werke. Ich muss euch gleich vorwarnen, die Trockenzeit kann bei lufttrocknender Masse ewig dauern. Das dickere Teller brauchte bei mir gut zwei Wochen, bis es richtig durchgetrocknet war. Das merkt ihr daran, wenn das Teller beim Draufklopfen hohl und nicht mehr feucht klingt.



6. Wenn die Teller richtig trocken sind, könnt ihr euch ans Bemalen machen. Dafür habe ich Acrylfarbe mit etwas Wasser vermischt, um eine leicht zu verarbeitende Farbe zu haben. Vorsicht, die Mischung hat ihre Vor- und Nachteile. Sie lässt sich zwar leichter abwischen (was erwünscht ist), doch sie verrinnt auch leicht.


Für das ockerfarbene Teller (vorne) habe ich beherzt den Pinsel über das Teller gewischt. Nicht zu doll andrücken, denn sonst schmiert sich die Farbe in die Ritzen, und das wollen wir ja nicht.



Einen anderen Effekt habe ich beim braunen Teller erzielt. Dafür habe ich braune Farbe mit etwas Wasser vermischt und danach das komplette Teller bemalt, bis tief in die letzte Ritze soll die Farbe dringen. Danach schnell mit Küchenrolle die Farbe auf den erhobenen Stellen abwischen. Leichter geht es, wenn ihr die Küchenrolle etwas anfeuchtet.

Dadurch sind die erhabenen Stellen auch nicht mehr ganz hell, aber auch nicht so dunkel, wie die darunter liegenden Teile.


Die Seifenschale wurde mit der gleichen Technik bemalt. 


Hinten sieht die Seifenschale übrigens so aus. Die Beinchen habe ich mit Bastelkleber angeklebt.



Die zweite Seifenschale habe ich dann wie das erste Teller bemalt, also locker flockig mit der Farbe über die erhabenen Stellen gestrichen. Das sah dann allerdings ein bisschen langweilig aus. Also habe ich noch ockerbraune Farbe in die Ritzen gestrichen und gleich danach mit Küchenrolle abgewischt. Damit auch die erhabenen Stellen etwas "älter" aussehen, habe ich mit angefeuchteter Küchenrolle an diesen Stelle die Farbe abgerubbelt. Ich finde den dadurch entstandenen Effekt eigentlich ganz nett.


Was würdet ihr aus Modelliermasse so alles basteln? Der sogenannte "Faux Ceramic" Trend ist ja angeblich gerade im Entstehen ;-)

Verlinkt zu: Create in Austria, Creadienstag, Handmade on Tuesday, DienstagsDinge,

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10 Kommentare

  1. Ich hab mal eine solche Schale mit Stempel statt Spitze gefertigt, das wurde auch schick! http://mondkunst.blogspot.de/2016/05/scifi-swap-teil-1-star-wars-bb8-schale.html
    Meine lufttrocknende Modelliermasse (von Kik) war aber nach einer Nacht durchgetrocknet ...

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    1. Ich hab leider nur einen einzigen Holzstempel. An den hab ich komischerweise gar nicht gedacht. Wäre aber auch eine gute Idee gewesen.

      Ich hab die Masse von DAS (Lyra) verwendet. Die von Kik kenne ich nicht. Hab mittlerweile aber gesehen, dass mehrere verschiedene Massen am Markt angeboten werden...

      LG

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  2. Die finde ich richtig hübsch. Was ich auch Modelliermasse machen würde? Ich sag nur polymerclaydaily.com. Alles was man sich aus Fimo vorstellen kann und noch viel mehr! Täglich neue Inspiration. Umwerfend, ehrlich. lg, Gabi

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    1. Danke für den Tipp Gabi! Hab ich mir gleich mal als Lesezeichen abgespeichert. Für ganz ausgefallene Kreationen, die besonders viel Feinmotorik benötigen, bin ich ja eher nicht so begabt. Drum ist es auch das Spitzendeckchen als Strukturgeber geworden :-D

      LG, Daniela

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  3. So schön, nachdem ich neulich die bestempelte Variante gesehen habe, habe ich mir jetzt auch Modelliermasse dafür bestellt. Gefällt mir richtig gut. Danke für die Inspiration.
    Lieben Gruß,
    Petra

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    1. Danke Petra!
      Vor einiger Zeit hab ich auch mal mit terrakotta-farbener Modelliermasse Blätter gemacht. Dazu einfach das Blatt mit den Adern nach unten auflegen und mit der Nudelrolle eindrücken. Das ergibt dann ganz feine Linien :-)

      Liebe Grüße, Daniela

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  4. Deine Schalen sind toll geworden, ganz ohne Oma-Touch. Solche Verwandlungen liebe ich auch als Herausforderung. Genau genommen sind Spitzendeckchen Ornamente aus Fäden.
    LG Ute

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  5. Deine Schalen sind toll geworden, ganz ohne Oma-Touch. Solche Verwandlungen liebe ich auch als Herausforderung. Genau genommen sind Spitzendeckchen Ornamente aus Fäden.
    LG Ute

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  6. Was du immer für tolle Ideen hast. Danke für diese schöne Anleitung
    LG Birgit

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