11 Schritte gegen Lebensmittelverschwendung

21. Dezember 2015

Gerade jetzt vor den Weihnachtsfeiertagen sollte dieses Thema wieder in den Fokus gerückt werden, um so wenig wie möglich Lebensmittel wegwerfen zu müsen. Doch auch im Alltag ist Lebensmittelverschwendung ein Problem. Hier möchte ich euch einfache Tipps und Tricks vorstellen, die sich seit langer Zeit für uns bewährt haben.

Keine Lebensmittel verschwenden Lebensmittel retten
 Bildquelle: Helene Souza / pixelio.de

1.) Aussortieren

Neues beginnt immer mit dem Aussortieren von Altem. In diesem Fall abgelaufene oder schlecht gewordene Lebensmittel die seit Urzeiten im Kühlschrank, Gefrierschrank oder der Abstellkammer ihr Dasein fristen. Was weg muss, bewusst wegwerfen, dabei darüber nachdenken, warum das in der Tonne landen musste (zu alt, falsch eingekauft, schmeckt eigentlich nicht?). Danach so einräumen, dass bald zu verbrauchende Lebensmittel vor länger haltbaren stehen.


2.) Eigenes Kochbuch erstellen

Wer gerne nach Rezepten kocht kann alle seine Lieblingsrezepte in ein ordentlich organisiertes Kochbuch schreiben oder einkleben. Die Erstellung eines Kochbuchs kann übrigens sehr gute Einblicke in das eigene Kochverhalten und den eigenen Geschmack geben.

Wichtig ist vor allem die Struktur des Kochbuchs, damit man die gesuchten Rezepte später schnell findet. Ich habe unseres in Frühstück (Brote, Aufstriche etc.) - Suppen, Salate und Vorspeisen - Pasta, Reis und Hülsenfrüchte - Hauptgerichte - Desserts aufgeteilt.


3.) Speiseplan erstellen

Für uns hat sich ein Speiseplan als DIE Methode gegen Lebensmittelverschwendung bewährt. Basierend auf unseren Dienstplänen erstelle ich mithilfe unseres Kochbuchs einen Speiseplan für zumindest die nächsten 4 Tage, besser noch eine ganze Woche.

Dabei berücksichtige ich die Mengenangaben und die Größen der Einheiten im Geschäft. Meistens braucht man zum Kochen nämlich nicht das ganze Stück bzw. die gesamte Packung auf.

(Z.B. Brauche ich für ein Gericht nur 3 Selleriestangen, überlege ich auch gleich, was ich mit den restlichen Selleriestangen einer Packungseinheit kochen könnte. )

Während man den Speiseplan erstellt, schreibt man nebenbei die Einkaufsliste.

4.) "Restetag" einplanen

Wer auf unvorhergesehene "Ausfälle" vorbereitet sein will, kann einen "Restetag" pro Wochen einplanen: Sollte mal nicht alles nach Plan verlaufen oder zu viel eingekauft worden sein, kann man am Restetag die frischen Lebensmittel verkochen.


Keine Lebensmittel verschwenden Lebensmittel retten
 Bildquelle: w.r.wagner / pixelio.de

5.) Nach Plan einkaufen

Ich kaufe gerne zu Wochenbeginn alle länger haltbaren Lebensmittel ein. Wird etwas frisch benötigt, kaufen wir es kurz vorher.  

Beim Einkaufen halte ich mich strikt an die Einkaufsliste. Das spart Unmengen an Zeit, Geld und Nerven.

Im Schnitt benötigen wir dadurch circa 40 Euro pro Woche für Lebensmittel, manchmal sogar deutlich weniger. (Dabei sollte noch ergänzt werden, dass wir fleischlos kochen, was auch noch mal sehr viel Geld spart).


6.) Auspacken

Zu Hause angekommen werden die frischen Lebensmittel sofort in den Kühlschrank, ungekühlt haltbare Lebensmittel in die Speisekammer eingeräumt. Dabei gilt wieder: Alt vor Neu.


7.) Kochen

Durch den Speiseplan weiß ich immer, was an welchem Tag gekocht wird und habe die Zutaten durch den Wocheneinkauf meist auch schon zu Hause. Das nimmt mir den Zeitdruck und mir bleibt mehr Zeit für anderes. 

Keine Lebensmittel verschwenden Lebensmittel retten
 Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

8.) Kreativ angebrochene Packungen aufbrauchen

Da wir in Punkt 1 und 2 ja schon unser vergangenes Verhalten analysiert haben, wissen wir nun auch, was erfahrungsgemäß verdirbt. Bei uns sind dann vor allem Zitronen, Milch, Sahne, Käse und Salat.

Jahrelang legten wir die angeschnittenen Zitronen eingewickelt wieder zurück ins Gemüsefach und - vergaßen sie. Um das zu vermeiden presse ich die restliche Zitrone sofort aus, gieße den Saft in ein Glas und fülle dieses mit Leitungswasser auf. Schmeckt super und verhindert, dass weit transportierte Lebensmittel unnötigerweise im Müll landen.

Statt Milch verwenden wir Getreidemilch. Die hält länger und schmeckt uns auch besser im Müsli. Sahne und Käse kann man eigentlich überall drunterheben oder drüberstreuen. Salat kaufen wir nur noch, wenn er die Hauptspeise ist.

Was auch hilft: Mengen in den Rezepten anpassen. Wer es ohnehin gerne sehr sahnig mag, kann auch einfach den ganzen Becher auf einmal verkochen.


9.) Flexibilität

Hat es mit dem Planen einmal nicht so gut geklappt, sollte man einfach flexibel bleiben und verkochen was sich noch im Kühlschrank befindet. Eintöpfe oder Aufläufe bieten Raum für Kreativität beim Kochen und schmecken immer gut!


10.) Einfrieren

Eine weitere Möglichkeit keine Lebensmittel zu verschwenden stellt das Einfrieren dar. Bewährt hat sich das bei uns vor allem bei Brot. Wir schneiden es immer in Scheiben, geben es in einen Sack aus Baumwolle und frieren es ein. Bei Bedarf kann dann genau die benötigte Anzahl an Scheiben entnommen werden. Diese backen wir dann entweder im Minibackofen auf (schmeckt wie frisch) oder lassen es bei Zimmertemperatur auftauen. 

Aber auch fertige Gerichte, von denen nur noch eine Portion übrig ist frieren wir gerne ein, damit man sich an stressigen Tagen ein "Fertiggericht" aufwärmen kann.


11.) Beim Auswärts essen

Beim Essen gehen sind die Augen oft größer als der Magen und es bleibt nicht selten etwas übrig. Vor allem, wenn jemand anders die Kosten für das Essen übernimmt, wird gerne zu viel bestellt. Wer kann sollte sich sein Essen einpacken lassen. Hat man diese Möglichkeit nicht, kann man sich statt einer üppigen Hauptspeise ja für zwei kleinere Gänge entscheiden. Hat man danach immer noch Hunger, gibt es fast immer die Möglichkeit noch ein Dessert zu bestellen.

***

Gerade vor den Feiertagen finde ich es wichtig sich bereits vor dem Einkauf zu überlegen was mit möglichen Resten passieren soll um ressourcenschonend mit wertvollen Lebensmitteln umzugehen. 

Wie handhabt ihr das so mit Planung und Einkauf? Oder habt ihr nützliche Tipps gegen Lebensmittelverschwendung zum Hinzufügen? Ich freue mich über alle Anregungen!

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7 Kommentare

  1. Hallo Daniela!

    Ein Thema, das mir ganz besonders am Herzen liegt!

    Du hast eine ganz tolle Zusammenstellung von guten Tipps geschrieben!

    Einen kleinen Tipp für Dein Zitronenproblem habe ich noch:

    Den Rest der Zitrone auspressen und einfrieren. Ich friere meist gleich einige ausgepresste Zitronen gleichzeitig im Eiswürfelbehälter ein, dann brauche ich nur noch einen Eiswürfel holen, wenn ich etwas Zitrone brauche.

    lg
    Maria

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    1. Hallo Maria!
      Danke für den tollen Tipp. Ich hab nur leider keinen Eiswürfelbehälter :-D Aber so ein Zitronensafterl schmeckt auch wunderbar und ist auch sehr gesund.

      Liebe Grüße, Daniela

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  2. Du hast mich sehr neugierig gemacht auf euer Essen. Hast du evtl. mal Lust, uns einen deiner Wochenpläne vorzustellen, so mit Rezept zum Nachkochen und so? Fände ich großartig.

    Den Tipp mit der Resteverwertung durch Auflauf ist toll, den werde ich jetzt auch öfter umsetzen, seit gestern habe ich eine schöne Auflaufform.

    Bei mir sind es auch halbe Zitronen, die noch und nöcher im Kühlschrank vertrocknen. Ich denke, ich werde mir da an dir ein Beispiel nehmen und sie fortan einfach sofort in den Tee geben. Wollte eh wieder mehr Tee trinken.

    Der Trick des eingefrorenen Brotes ist mir von meiner Au-Pair-Familie bekannt, dort haben wir auch bereits geschnittenes Brot eingefroren, das war toll! Morgens schnell in den Toaster damit und zack hat man frisches, knuspriges Brot zum Frühstück. Leider habe ich aktuell keine Möglichkeit, Dinge einzufrieren, aber wenn sich diese wieder ergibt, werde ich das auf jedenfall auch wieder so handhaben.

    Was ich gerade kürzlich erst entdeckt habe und total genial finde als Lösung für das Salat-Problem: Wurzelsalat. Ein Salatkopf, der mit Wurzel verkauft wird, sodass du ihn zuhause einfach in ein Schälchen Wasser stellen kannst und er lange frisch bleibt. Ich hatte sonst auch oft das Problem, dass der Salat entweder im Kühlschrank vergammelte, oder ich drei, vier Tage hintereinander Salat essen durfte. Jetzt kaufe ich nur noch den Wurzelsalat. Du kaufst bestimmt bio, oder? Ich hab den Wurzelsalat hier bei mir in der Pampa bisher nur bei Rewe gefunden, da ist er leider nicht bio. Aber vllt. gibt es ja woanders auch welchen in Bioqualität.

    Denk mal über den Vorschlag bzgl. Essensplan-Post nach; ich würde mich wirklich wahnsinnig freuen! :)

    Liebe Grüße
    Änni

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    1. Hallo Änni.

      Hier habe ich mal meine Rezept Sammlung veröffentlicht:
      https://www.dropbox.com/s/l7ih524eyhpjfkd/Rezepte_%C3%BCberarbeitet.pdf?dl=0
      Vielleicht für dich ja etwas passendes dabei.

      Bei Gelegenheit poste ich mal einen Wochenplan plus den Rezepten ;-)

      Zitronen schmecken wunderbar mit Wasser, Tee oder wie Maria vorschlug: eingefroren im Eiswürfelbehälter. So hat man dann auch immer einen EL Zitronensaft parat.

      Wurzelsalat kannte ich bisher noch nicht. Aber danke für den Tipp. Werd mich mal danach umsehen.
      Ich kaufe nicht ausschließlich bio, sondern nur wo es geht, für mich Sinn macht und ich den Preis auch gerechtfertigt finde.

      Wenn nach den Feiertagen wieder der Alltag eingekehrt ist, veröffentliche ich mal ein paar Wochen lang unseren Essensplan. Vielleicht funktioniert das für dich ja auch so gut wie für uns.

      Liebe Grüße, Daniela

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    2. Ach wie toll, danke! :)
      Frohe Weihnachten!

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  3. Hallo Daniela,
    hast du scho auf der Platform www.mundraub.org nachgesehen? Ich glaube da ist etwas für dich dabei! ;)Liebe Grüße von Pia

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    1. Hallo Pia!
      Danke für den Tipp! Hab gleich mal reingeschaut, aber momentan ist nicht wirklich was dabei.
      Ich werds aber im Hinterkopf behalten ;-)

      Liebe Grüße, Daniela

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