Naturverträglich unterwegs - Der Müll in den Bergen

5. August 2015

In meinem Beitrag zum Thema "Reisen" (spezieller zum Thema "Wandern") habe ich schon einmal erwähnt, wie wichtig es ist, sich Gedanken über die Ausrüstung und deren Nachhaltigkeit zu machen, weil wir ansonsten Stoffe in die Natur tragen, die da nicht hingehören.

Das Thema Müll ließ ich damals weitestgehend unbehandelt, weil es für mich eine Selbstverständlichkeit darstellt, meinen Müll wieder mit ins Tal zu nehmen. Anscheinend ist dies aber keine Selbstverständlichkeit für alle.

Gestern waren wir mal wieder in den schönen Alpen unterwegs (genauer am Hochreichhart - dem zweithöchsten Berg der Seckauer Alpen). Im Gipfelbereich waren große Geröllfelder, die großen Steine bildeten Hohlräume. Für viele anscheinend verlockend, dort ihren Abfall zu verstecken.

Müll in den Bergen Abfall in der Natur Sauberhalten

Die (Müll-)Berge

Mir ist es wichtig Naturräume so zu verlassen, wie ich sie vorgefunden habe - sauber und möglichst unberührt. Deshalb hat es mich unglaublich wütend gemacht, als ich die ersten Abfallstücke aufgehoben und in meinen Müllsack gesteckt habe. Ich habe nicht bewusst danach gesucht, doch immer, wenn ich etwas sah, hob ich es auf. Dabei ist folgendes zusammengekommen:

  • 5 Getränkedosen (teilweise bereits verrostet!)
  • 2 Fischkonserven (komplett verrostet)
  • 1 Handvoll Kronkorken + Getränkeverschlüsse
  • 1 Tetrapack
  • 5 Stk. Einwickelpapier von Süßigkeiten
  • 1 Handvoll kleiner Plastiktütchen
  • das eine oder andere Papiertaschentuch (unverrottet)
Kein Tier produziert Müll - außer der Mensch. Seinen Lebensraum damit auch noch zu vergiften, schaffen auch nur wir. Aber die Berge zählen anscheinend nicht zu unserem Lebensraum - also kann man achtlos seinen Müll fallen lassen? Die 26 Steinböcke, die wir auf dieser Wanderung gesehen haben, waren sicher nicht für die leeren Limonadendosen verantwortlich.

Unverrottbar

Dass Dosen nicht biologisch abbaubar sind, sollte jedem klar sein. Tetrapacks aufzubereiten ist technisch aufwendig - am Berg geschieht dies sicher nicht von selbst. Die Süßigkeiten-Papierl hab ich übrigens in unmittelbarer Nähe des Parkplatzes mit einem vorhanden Mülleimer aufgehoben. Auch am Parkplatz selbst fand sich noch allerhand Müll.

Auch Papiertaschentücher sind Abfall. Im Klima des Hochgebirges brauchen sie zum Verroten zwischen 3-6 Monaten, da dort die Zersetzung viel langsamer abläuft. Wenn man bedenkt, wie viele täglich zurückgelassen werden, liegen zu jeder Zeit zahlreiche Taschentücher in der Gegend herum - sehr schön anzusehen.
Wer zudem auch noch mit Chlor gebleichte Papiertaschentücher, im schlimmsten Fall noch mit pestizidverseuchten Baumwollfasern "verfeinert" am Berg zurücklässt, schadet sogar noch mehr. Beim Verrotten gelangen diese Schadstoffe in den Boden und belasten dort das Ökosystem.

Wenn man unterwegs mal muss, könnte man beispielsweise ein Feuerzeug mitnehmen. Auf felsigem Gelände kann man Papiertaschentücher beaufsichtigt (!) abbrennen lassen. In trockenenen Gegenden ist es angebracht, beim Abbrennen die ohnehin mitgeführte Wasserflasche parat zu halten oder den Ekel zu überwinden und die gebrauchten Taschentücher ins Müllsackerl zu packen. 

Biogene Abfälle sollte man ebenfalls zurück ins Tal bringen, da sie so hoch oben zu lange zum Verroten brauchen. Als Negativbeispiel fallen mir hier vor allem die Bananenschalen ein. Sie brauchen bis zu 5 Jahren (!), um vollständig zu verroten. Da die meisten wohl auch keine ungespritzten Bio-Bananen mit auf den Berg nehmen, gelangen die Pestizide dort in den Boden.

Gedankenlosigkeit, Unsitte- was ist denn nun der Grund?

Nach meiner Müllsammelaktion stelle ich mir natürlich die Frage: wer macht den sowas und warum? Sind Faulheit, Gedankenlosigkeit, schlechtes Benehmen der Grund? Und vor allem, wer wirft 15 Meter vor dem Abfalleimer noch Papierl ins Gras?

Also, lieber Artgenosse: warum machst du so etwas?

Bitte nimm doch deinen Müll wieder mit runter ins Tal und entsorg ihn dort. Am Berg gibt es niemanden der dir hinterherräumt. Als Erwachsener bist du auch für den Müll deiner Kinder verantwortlich, also bitte sei ein gutes Vorbild.

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3 Kommentare

  1. Daniela,
    Das ist wirklich traurig und mir auch schon öfter aufgefallen. Ich glaube nur Menschen, die ihre Umgebung und die Natur im Allgemeinen nicht wert schätzen werfen ihren Müll in die Landschaft. Leider entfernt sich unser Lebensstil immer weiter von der Natur und viele vergessen, dass auch sie Teil der Natur sind.

    Ich finde es schön, dass du den Müll aufsammelst, aber was passiert dann, wenn er im Mülleimer landet und abgeholt wird? Denn er verschwindet nur aus dem Gesichtsfeld und landet am Ende ja auch irgendwo. Vielleicht ist der Müll, den du in der Nähe des Mülleimers gefunden hast, auch bei einem Windstoß rausgeflogen... vielleicht auch nicht.

    Also besser gar keinen Müll produzieren! Und die organischen "Abfälle" könnte man auch vergraben, damit sie schnell verrotteten und nicht unschön rumliegen.

    Wenn wir wandern gehen nehmen wir unsere eigenen Wasserflaschen mit, ein bisschen Studentenfutter im Stoffbeutel oder Schraubglas, ein paar selbst gemachte Sandwiches in der Brotdose und Äpfel oder Gemüsesticks. Leckeres, gesundes Essen... ohne einen Fitzel Müll. Ist doch gar nicht so schwer.

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    1. Hallo Anne,
      der Mülleimer hatte übrigens einen gut schließenden Deckel ;-)

      Gar keinen Müll zu produzieren ist natürlich ein Ideal, allerdings eines dem die meisten aus praktischen Gründen nicht besonders zugetan sind. Müll zu reduzieren: perfekt! Seinen Müll wieder mitzunehmen sollte hingegen eine Selbstverständlichkeit sein.

      In dem Gelände in dem wir unterwegs sind, wird es schwer sein die organischen "Abfälle" zu vergraben. Im Hochgebirge hab ich zudem so meine Bedenken, wie sinnvoll es ist, die dünne Bodenschicht aufzureißen und somit die Bodenerosion auch noch zu fördern.

      LG Daniela

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    2. Dass war's dann also mit dem unabsichtlichen Herausfliegen... und meinem Wunsch an das Gute im Menschen zu glauben ;)

      Müll bei einem Ausflug zu vermeiden finde ich schon leicht... in allen Lebensbereichen (fast) müllfrei zu leben ist da schon komplizierter, wird aber nach der Gewöhnungsphase auch zur Normalität.

      Stimmt, in dem Fall ist das Vergraben dann wohl doch nicht so sinnvoll.

      LG ~Anne

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