Alte, neue, sinnlose oder sinnvolle Sachen?!

25. Februar 2014

Kennt ihr dieses Gefühl? Ihr seht euch in der Wohnung um und fühlt euch von eurem ganzen Kram geradezu erdrückt? Vor allem, wenn ich, wie jetzt in den Ferien, viel Zeit zuhause verbringe, denke ich immer mal wieder darüber nach, ob man soviel Zeug überhaupt wirklich braucht. Ich habe mich immer für eine untypische Frau gehalten, was Kleiderschrank, Schuhschrank oder Kosmetikschrankgröße angeht. Aber mittlerweile muss ich zugeben, dass sich in allerlei Schränken allerlei an Zeug türmt und das macht mir irgendwie Angst. Nicht nur, dass ich einer maßlosen Selbstunterschätzung erlegen bin, sondern auch, dass ich mittlerweile nicht mehr weiß, was ich noch aussortieren soll.

Wer gerne bastelt weiß, dass es vieler Schachteln bedarf, das ganze Zeug irgendwo zu verstauen und es nicht mehr rumfliegen zu haben. Und vorallem weiß die Bastlerin auch, dass sich nach drei oder vier Jahren quasi intensiv-basteln auch richtig viel an Materialien und fertigen Stücken in der Wohnung findet.

Vielleicht wäre der Umstand eine Motivation etwas an meinem Konsumverhalten bzw. Konsumdenkens zu ändern.

  • Nur weil man etwas aussortiert hat, sollte man sich nicht gleich wieder etwas "gönnen" und den gerade geschaffenen Platz wieder "zumüllen". Das geht auch von ganz allein ganz schnell. 
  • Wenn man, so wie ich, mit Malen und Zeichnen nicht anfangen kann, sollte man eventuell nicht in Filzmalstife, Fineliner und Buntstifte investieren, die man dann nie nutzt. (Zu meiner Verteidigung wollte ich damals auf den Journaling-Zug aufspringen. Bin aber eher der Datum-Text-Tagebuch Typ ohne irgendwelchen bunten Schnickschnack drumherum.)
  • Zehn Kleider pro Jahr zu nähen ist konsumtecnisch irgendwie auch nicht viel nachhaltiger als zehn Kleider pro Jahr zu kaufen.
  • Sich einzureden, dass man gesunde, ökologische Produkte kauft, wenn man ausschließlich billiges, wahrscheinlich in Spanien produziertes Gemüse im Einkaufskorb hat, hilft auch nix.
  • Die Umstellung von Waschnüssen zurück auf Ariel ist jetzt irgendwie nicht soooo cool. 
  • Das 50-Euro Wochenlimit schon am zweiten Tag überschritten zu haben ist ebenfalls höchst bedenklich. 
  • Wenn es trotz vermeintlicher bewusster Lebensweise zu einer Stromnachzahlung kommt, ist zu überlegen, ob der Laptop beim Häkeln immer an sein muss. Früher hab ich ja auch nicht immer währenddessen Serien geguckt. 
  • Wenn der Vorsatz eineinhalb Monate (in Zahlen 1,5 Monate) NICHTS zu kaufen, das man nicht als Verbrauchsartikel bezeichnen kann, gerade mal eine Woche lang hält, bevor der nächste Besuch beim Baumarkt (ausgerechnet!) ansteht. 
Wie ihr seht, nicht nur der Vorsatz öfters Sport zu machen kann zu einer Spirale der Verzweiflung und Frustration führen. Als ich mich vor zwei Jahren bewusst mit dem Thema nachhaltiger Konsum auseinandergesetzt habe, war ich viel motivierter und experimentierfreudiger. Dann kam die Sparzwang-Phase in der wir einfach kein Geld für solchen Luxus, wie einen Besuch beim Reformhaus, hatten. Mittlerweile bin ich schon so an unseren momentanen Lebensstil gewöhnt, dass ich alles Nachdenken über Öko und so als mühseelig empfinde. Tja, der Alltag hat zugeschlagen, ich werde älter und vor allem bequemer. Das ich ein Buch über so ein Thema gelesen habe ist ewig her, das Wirtschaftsstudium fordert nun doch seinen Tribut.

Ich hoffe, ich fühle mich bald wieder motiviert und vor allem finanziell befähigt, wieder mehr darauf zu achten, welche Produkte im Einkaufskorb landen. Teurer, dafür weniger ist immerhin eine sinnvolle Alternative zu billig und viel. Wäre also vielleicht genau die notwendige Lösung zum eingangs angeschnittenen Problem.

Habt ihr ebenfalls Erfahrungen mit solchen Problemen? Und wenn ja, wie habt ihr sie gelöst? Würde mich echt interessieren, ob ich mit meiner Gedankenspriale alleine dastehe.

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3 Kommentare

  1. Ein sehr schöner, ehrlicher Beitrag! Mir gefällt deine selbstkritische Gedankenspirale, die Schlussfolgerung "teurer, dafür weniger" als "sinnvolle Alternative zu billig und viel" ist auf jeden Fall ein guter Ansatz. Und dabei bedeutet Nachhaltigkeit nicht einmal zwangsläufig, dass es auch teurer sein muss...
    Liebe Grüße
    Christiane

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  2. So viele Gedanken wie du habe ich mir noch nie darüber gemacht aber es scheint mir absolut sinnvoll. Als erstes hab ich grad mal den Fernseher ausgemacht. Es ist erstaunlich was man alles sinnloses aus reiner Gewohnheit macht. ^^' Ich würde nicht behaupten dass ich auf mein Konsumverhalten achte aber zumindest überlege ich mir immer sehr genau ob ich die Sache wirklich brauche und nutze. Schon allein aus Platzgründen und Geldmangel. :-) Mhm, ich werde da weiter drüber nachdenken, danke für den Anstoß.
    Liebe Grüße,
    Alice

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  3. sehr guter artikel.

    leider bin ich selber auch zu inkonsequent ... manchmal packt mich die entsorgungswut und ich will alles wegschmeißen, was seit monaten/jahren herum liegt ... ABER ...
    dann kommen wieder die gedanken - "vielleicht passt dir das ja mal wieder, wenn du endlich mit dem sport anfangen würdest ...", "dieses teil könntest du irgendwo brauchen ...", "aus diesem ding kann man was anderes basteln, es anders einsetzen ..." usw usf ...

    aber ich bin auf dem weg der besserung ;-). habe ich früher alles gesammelt (energydrink-dosen als blödestes beispiel, jeglich art von tonträgern, münzen, telefonwertkarten, zeitschriften, eintrittskarten, ...), so habe ich mich schon von einem guten teil getrennt. anfangs schmerzt das vielleicht, aber im nachhinein geht es einem eh nicht ab ...

    so, jetzt bin ich richtig motiviert am wochenende wieder auszumisten ... also das hat dein artikel bei mir schon erreicht. danke =)

    lg,
    Klaus

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